27.03.2025 Tyche – Zufall

Bei der Lektüre über Zufall in der Kunst, Verwendung des Zufalls, oder dem Bestreiten des Zufalls im künstlerischen Prozess, treffe ich auf „Tyche“ – die griechische Göttin des Schicksals, des guten, des schlechten Zufalls. Tyche, die griechische Göttin des Gelingens – Gelingen nicht aufgefasst als überlegtes konstruktives, logisches Tun, sondern als Handlung, welcher immer auch Zufall innewohnt, zum Ergebnis, welches gefällt oder nicht.

Das lässt mich inne halten, kann eine „Zufallsgöttin“, eine Göttin des Gelingens, künstlerisch bearbeitet werden ? Figurativ konnte ich erst einmal diesen Impuls nicht lösen, doch kalligraphisch habe ich mich der „Tyche“ genähert.

Entstanden sind Übungen und gültige kalligraphische Zeichen für „Tyche“

Die Übungen sind mit Tuschestift im Format DIN A4 auf Zeichenkarton entstanden.

Graphit auf Zeichenkarton DIN A4

Meine Vorstellung, das Wort „Tyche“ in eine weiblich wirkende Figuration zu verwandeln, wird durch die Form des Buchstaben T und das Y gelenkt, schließlich lerne ich, den Buchstaben h als eine Art Kleid für die kalligraphische Figuration zu nutzen.

Tuschestift auf Zeichenkarton im Format 29 cm x 21 cm
Eine mit Buntstiften kolorierte Version gehört auch zur Serie. 29 cm x 21 cm

Das eingangs gezeigte Beitragsbild ist wikpedia commons entnommen. Tyche trägt ein Füllhorn für ein reiches Schicksal, gelingenden Reichtum, eben das Ausgießen von Gütern und Besitz oder Wohlergehen. Ebenso trägt sie ein Ruder,welches symbolisch für die Arbeit, die Kraftanstrengung im Schicksal steht. Hinzu kommt die Kugel, welche wechselhaft rollend, einmal die eine, einmal die andere Seite des Zufalls, des möglichen Gelingens symbolisiert. Daher wird die griechische Tyche bei den Römern zur Fortuna, der Göttin des Glücks und des Spiels.

Für die künstlerische Gestaltung ist nur die ursprünglich zugedachte Eigenschaft der Tyche von Bedeutung, den Zufall als Möglichkeit nutzen.

29.03.2025 Gu

  • 25.05.2026 „Du siehst nur dich selbst“

    25.05.2026 „Du siehst nur dich selbst“

    „Was du auch siehst, du siehst nur dich selbst“ ist ein Gemälde aus dem Jahr 1995. Ich habe mit Abtönfarben auf Papier, das als Rolle von 10 Metern angeboten wurde, gemalt. Ich habe 1995 das große Format bearbeiten wollen, Gefühl rauslassen durch Farbspritzer, Handabklatsch, Farben verschmieren, mit den Händen in direkter Aktion die Farben auftragen.…


  • 05.05.2026 Die Tragweite einer Entscheidung

    05.05.2026 Die Tragweite einer Entscheidung

    In dem Beitrag vom 16.04.2026 habe ich eine Komposition für das Schriftbild „Die Tragweite einer Entscheidung“ vorgestellt und diese habe ich beibehalten. Es sind aus dem Schriftzug zwei maskenartige Figurationen entstanden, darin können auch zwei Gesichter gesehen werden. Es bleibt den Betrachtenden überlassen. „Die Tragweite“ bildet eine Maske und das Wortfragment „Entschei“ die zweite Maskenform.…


  • 24.04.2026 Couple

    24.04.2026 Couple

    Das Thema „Paar“ oder „Couple“ zieht sich seit Jahren durch mein zeichnerisches Tun und in jeder Paar-Zeichnung ist ein anderer Akzent. Einmal harmonisch, dann als Umkehrbild miteinander grimmig und um 180° gewendet wieder miteinander vergnügt, einmal zieht der eine den anderen, und das Interessante ist für mich eine Zeichnung aus dem Jahr 2021 – Alt…