Bei der Lektüre über Zufall in der Kunst, Verwendung des Zufalls, oder dem Bestreiten des Zufalls im künstlerischen Prozess, treffe ich auf „Tyche“ – die griechische Göttin des Schicksals, des guten, des schlechten Zufalls. Tyche, die griechische Göttin des Gelingens – Gelingen nicht aufgefasst als überlegtes konstruktives, logisches Tun, sondern als Handlung, welcher immer auch Zufall innewohnt, zum Ergebnis, welches gefällt oder nicht.
Das lässt mich inne halten, kann eine „Zufallsgöttin“, eine Göttin des Gelingens, künstlerisch bearbeitet werden ? Figurativ konnte ich erst einmal diesen Impuls nicht lösen, doch kalligraphisch habe ich mich der „Tyche“ genähert.

Entstanden sind Übungen und gültige kalligraphische Zeichen für „Tyche“

Die Übungen sind mit Tuschestift im Format DIN A4 auf Zeichenkarton entstanden.

Meine Vorstellung, das Wort „Tyche“ in eine weiblich wirkende Figuration zu verwandeln, wird durch die Form des Buchstaben T und das Y gelenkt, schließlich lerne ich, den Buchstaben h als eine Art Kleid für die kalligraphische Figuration zu nutzen.




Das eingangs gezeigte Beitragsbild ist wikpedia commons entnommen. Tyche trägt ein Füllhorn für ein reiches Schicksal, gelingenden Reichtum, eben das Ausgießen von Gütern und Besitz oder Wohlergehen. Ebenso trägt sie ein Ruder,welches symbolisch für die Arbeit, die Kraftanstrengung im Schicksal steht. Hinzu kommt die Kugel, welche wechselhaft rollend, einmal die eine, einmal die andere Seite des Zufalls, des möglichen Gelingens symbolisiert. Daher wird die griechische Tyche bei den Römern zur Fortuna, der Göttin des Glücks und des Spiels.
Für die künstlerische Gestaltung ist nur die ursprünglich zugedachte Eigenschaft der Tyche von Bedeutung, den Zufall als Möglichkeit nutzen.
29.03.2025 Gu
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