Manchmal finden sich Bilder wieder, die man vergessen hat, die beim Wiederfinden aber einen tieferen Eindruck hinterlassen. Dieser Eindruck ist der Blick aus der Gegenwart zurück auf ein Bild, welches schon Keime der Gegenwart enthalten hat, ohne dass man es wusste.
So ist es mir mit einer großformatigen Zeichnung aus dem Jahr 1999 gegangen. Die Zeichnung ist mit Graphit auf Karton ausgeführt und um die Zeichnung zu betonen, habe ich mit gelber Gouache die entstandene Figuration umfasst.

1999 habe ich mit weichem Graphitstift 6 B und 8 B gearbeitet, dadurch hatte ich den starken Kontrast und die Möglichkeit tiefschwarze Elemente einzuarbeiten. Manches Mal habe ich auch das Schwärzen benutzt um Stellen, die mir in der zeichnerischen Improvisation nicht gefallen haben, zu löschen.
In dieser Zeichnung sind die dunklen Stellen eine Betonung der Hauptfiguration, die – und deswegen ist diese „alte“Zeichnung für mich interessant – umkehrbar ist. Auf der Bildrückseite habe ich sogar notiert „vierseitig“ – also habe ich in dieser Zeichnung schon 1999 die Möglichkeit gesehen, eine Figuration rotierbar anzulegen und nicht von einer Hauptschauseite, einer einzigen Bildkante auszugehen.





04.10.1999 ist als Entstehungsdatum notiert
Letztlich habe ich also schon vor 25 Jahren nach Umkehrbildern gesucht und damit begonnen, meine improvisierten Zeichnungen auf diese Möglichkeit hin zu entwickeln. Diesen Weg habe ich bisher weiter verfolgt und nicht verlassen.
12.11.2025 Gu