Als ich den Beitrag über die Tür aus dem Jahr 2013 geschrieben habe, erinnerte ich mich an eine andere Tür, die ich bemalt habe. Das war im Jahr 2019 in Dänemark, es war eine ausrangierte alte Scheunentür aus zusammengefügten Holzlatten.

Diese Holzlatten habe ich für ein Wechselspiel der Farben benutzt und in den Rhythmus vogelartige Wesen eingefügt. Die Farbe Blau ist das sogenannte dänische Blau, mit dem die Fensterrahmen oder die Türen aus Holz gegen die Witterung geschützt werden. Die Figuren sind letztlich entstanden, weil auf diesem Bauernhof viele Schwalben in die Scheune hinein und herausgeflogen sind. Deshalb habe ich die Tür auch „Fugl-Dør“ – dänisch Vogel-Tür genannt. Dem Besitzer des Bauernhauses hat die Tür so gut gefallen, dass er sie als zum Haus gehörend an eine Fassade stellte.
Dort steht sie vielleicht immer noch …



Der französische Schriftsteller André Paul Guillaume Gide (1869 – 1951) hat eine oft passende metaphorische Bemerkung zum Thema „Tür“ , aufgefasst als Möglichkeit im Lebenslauf, gemacht:
Wenn sich eine Tür vor uns schließt, öffnet sich eine andere.
Die Tragik ist jedoch, daß man auf die geschlossene Tür blickt und die geöffnete nicht beachtet.
Gerne möchte ich diese Bemerkung etwas ändern, denn einige Türen schließen wir selbst und andere geöffnete Türen beachtet man zu wenig, vermutlich weil man noch nicht weiß, was dahinter kommt.
29.10.2025 Gu